Lisa Rinne: Vom Turnverein in die internationale Zirkus-Welt

Schwerelosigkeit, Nervenkitzel und bei all den Schwindel erregenden Drehungen und Flügen eine unfassbare Lebensfreude – all das ist Lisa Rinne mit ihrer Weltklasse-Luftartistik am schwingenden Trapez und an der Strickleiter. Bei der VERTIGO Tournee 2015 wird die gebürtige Oldenburgerin durch ihre einzigartige und absolut authentische Ausstrahlung das Publikum in ihren Bann ziehen. Dabei hat ihr Weg in die Zirkus- und Showwelt mehr oder weniger klassisch in einem Turnverein begonnen.

Es gibt drei Fragen, die der 26-jährigen Lisa Rinne und ihrem Freund und Showpartner bei nahezu jeder Gelegenheit gestellt werden: „Was macht ihr denn im richtigen Leben?“ „Damit kann man Geld verdienen?“ und „Wie lange kann man das denn machen?“ Die Antworten darauf sind eigentlich ganz einfach und können fast in einem Satz zusammengefasst werden. Wenn man sich nicht ernsthaft verletzt, kann man mit Artistik in vielerlei Hinsicht bis zur Rente seinen Lebensunterhalt verdienen, weil es unterschiedliche Bereiche gibt, die dabei eine Rolle spielen. „Wir treten nicht nur auf, sondern müssen Promotion für uns machen, Verträge abschließen und Akquise betreiben. So gesehen sitzen wir auch mal am Schreibtisch und lernen viele Tätigkeiten, die über die reine Artistik hinausgehen“, erklärt Lisa Rinne. Aus diesem Grund macht sie sich kaum Gedanken darüber, was womöglich in 15 oder 20 Jahren auf sie zukommen könnte, sondern lebt in der Gegenwart. „Das schwingende Trapez macht mir einfach wahnsinnig viel Spaß, und das möchte ich zeigen.“

Nachdem Lisa Rinne 2011 ihren Bachelor in Circus und Performance Art an der ACaPA (Academy für Circus and Performance Art), die Teil der Fontys Hogeschool voor de Kunsten in Tilburg/Holland ist, absolviert hatte, schaffte sie es recht schnell, sich in der internationalen Artistenszene einen Namen zu machen. Mit ihrem innovativen Act „Fallen“, mit dem sie auch beim Feuerwerk der Turnkunst auftreten wird, startete sie im Januar 2012 einen kleinen Siegeszug durch die internationalen Festivals und gewann in der Folge neben einigen Spezialpreisen die Silbermedaille beim „Festival Mondial du Cirque de Demain“ in Paris, den Silbernen Elefanten beim Internationalen Zirkusfestival in Moskau sowie die Goldmedaille beim Europäischen Jugendfestival in Wiesbaden. Und nicht nur durch dieses beachtliche Renommee passt die Darbietung der 26-Jährigen so hervorragend in die VERTIGO Tournee. „Ihre Nummer ist absolut Schwindel erregend. Das Gefühl von Freiheit und Sich-Loslösen sowie ihre Lebensfreude ergänzen die Show auf ganz außergewöhnliche Art. Man spürt, dass Lisa einfach liebt, was sie tut“, sagt Regisseurin Heidi Aguilar.

Dass die junge Artistin ihre Lebensfreude auf so hohem artistischem Niveau so authentisch präsentiert, liegt nicht nur an ihrer hervorragenden Ausbildung mit jahrelangem intensivem Training. „Mir fällt es einfach leicht, glücklich zu sein. Außerdem treibt mich die Energie und die Wertschätzung, die ich vom Publikum bekomme, wenn ich auf der Bühne stehe, zu Höchstleistungen an.“ Der Turnverein, so sagt sie, habe ihr schon dabei geholfen, ihren Weg in die professionelle Artistikszene zu finden, da optimale physische Grundlagen geschaffen worden sind. Ihr Motiv, Profi-Artist zu werden, umschreibt sie wie folgt: „Ich wollte nach dem Abitur einfach nie in einem Hörsaal sitzen. Lieber wollte ich den Kindern, die ich in den Zirkusschulen ‚Seifenblase‘ und ‚Sternchen‘ unterrichtet habe, zeigen, dass Zirkus mehr als Zelt, Tiger und Trapez und durchaus als Beruf möglich ist“, erklärt sie.

Fest steht: „Wettkampfturnen war nie wirklich mein Ding, der Leistungsgedanke ist einfach nicht bei mir angekommen.“ Mit zehn Jahren hat sie bei der TSG Hatten-Sandkrug mit dem Turnen begonnen und schnell gemerkt, dass der Wettkampfdruck sie zu sehr hemmt. Auch mit der Showgruppe Green Spirits hat sie schließlich nie ausschließlich beim Wettkampf zeigen wollen, was sie kann. „Mein Traum war es immer, in Shows aufzutreten, vor allem aber mal beim Feuerwerk der Turnkunst dabei zu sein. Dass ich es jetzt sogar mit einer Solonummer darf, ist einfach unglaublich“, sagt sie. Doch begonnen hat ihre Showkarriere tatsächlich mit den Green Spirits, als diese 2007 das erste Mal als Lokalgruppe beim Feuerwerk der Turnkunst auftraten. „Wir sind mit dem Feuerwerk aufgewachsen und haben uns damals mit dem Auftritt als Lokalgruppe einen großen Traum erfüllt.“ Wenn sie nun im Januar mit Europas erfolgreichster Turnshow auf Tournee gehen darf, so ist das für sie etwas ganz Besonderes. „Es ist das erste Mal, dass ich mit meiner Solonummer zu Hause und an so vielen Terminen in Deutschland auftrete. Besonders aufgeregt bin ich, weil neben meiner Familie auch viele Freunde dabei sein werden, die mich so noch nie gesehen haben. Da möchte ich natürlich besonders gut sein.“

Heike Werner

Der Termin fällt wie bei der Esperanto-Tournee 2014 wieder auf einen Freitag. Mit dem Rabatt-Code “SHTV-Rabatt” bekommst du 20% Rabatt auf alle bestellten Eintrittskarten: www.feuerwerkderturnkunst.de.