Gerätturnen Breitensport: Zeigt Engagement!

Herzlich Willkommen. Hier findet ihr ab sofort aktuelle Informationen zu eurer Lieblings-Breitensportart!

2 Kommentare

  1. Thomas Eichler

    Gerätturnen soll Spaß machen!

    Es gibt immer wieder Wortmeldungen, das Gerätturnen leistungsorientierter zu gestalten und den Turnerinnen und Turnern auch im Breitensport schwierigere Übungen abzuverlangen, um diese Sportart attraktiver zu gestalten.
    Meine Frage: Aus welchem Grund kommen nach wie vor, trotz vieler Alternativangebote aus dem Funbereich, viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene in die Turnhallen und trainieren an den herkömmlichen Turngeräten? Weil es ihnen Spaß macht, sich zu bewegen, ihre eigenen Möglichkeiten auszuprobieren, sich mit den Gleichaltrigen zu treffen und zu messen. Als langjähriges turnendes Mitglied in verschiedenen Vereinen der Republik kann ich einschätzen, wieviel Anstrengungen es die Vereine kostet, den Trainierenden und Lernbegierigen die entsprechenden Geräte und engagierten und ausgebildeten Trainer und Helfer zur Verfügung zu stellen. Nicht jeder Verein kann seinen Mitgliedern Federböden oder Schaumgummigruben bieten, die zum Erlernen anspruchsvoller Elemente und Übungsverbindungen notwendig sind. Nicht jedem Verein erlaubt die Finanzlage die Vergütung eines oder mehrerer Übungsleiter, die mehrfach in der Woche und am Wochenende den Übenden zur Seite stehen, um sie auszubilden und zu betreuen. Ich weiß, dass die Kieler Turnerinnen und Turner mit der Möglichkeit zur regelmäßigen Nutzung des Kieler Leistungszentrums klar im Vorteil sind. Deshalb sollte aber nicht vergessen werden, unter welchen Bedingungen alle anderen Turnerinnen und Turner im Land ihr Turntraining gestalten müssen. Und sie haben Spaß dabei! Laßt es dabei und reglementiert / überfordert sie nicht! Warum sollte zum Beispiel ein 18 jähriger Turner am Sprung einen Handstandüberschlag mit (Korkenzieher-)Drehung turnen, wenn er diesen ohne Drehung weit besser beherrscht und elegant darbieten kann?
    Gerätturnen soll Spaß machen!

    Von der Wiege bis zur Urne – Turne! Turne! Turne!

    Viele Grüße aus Norderstedt
    Thomas

  2. Arne Strickrodt

    Ich gebe Thomas in vielen Punkten recht:
    – Gerätturnen soll Spaß machen.
    – Es kostet den Vereinen viel Anstrengung, den Turnern Geräte, Trainer_innen, aber auch Kampfrichter_innen und insgesamt die finanziellen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.
    – Ja, die Kieler Vereine haben andere Möglichkeiten.

    Dennoch soll und muss im Breitensport der Leistungsgedanke auch eine Rolle spielen, denn wir reden von WETTKAMPFSPORT und von Meisterschaften. Wenn zudem der Leistungsgedanke nicht vorliegt, wenn durch die Rahmenbedingungen der Wettkämpfe nicht die Leistung forciert wird, dann sinkt auch die Motivation, sich neuen Elementen zu widmen oder sich mit anderen zu messen. Gerade in den jüngeren Jahren müssen externe Impulse gesetzt werden, um die Motivation und den Spaß zu steigern.

    Sicherlich spielt bei dieser Thematik auch die Perspektive aus unterschiedlichen Altersklassen eine große Rolle. Ein 18jähriger hat einen anderen Blick auf Training und Wettkämpfe als ein 62jähriger.

    Widerspricht sich Spaß und Leistungsorientierung?
    Dies kommt auf jeden selbst an. Denn meine Definition von Spaß muss und wird nicht identisch mit der Spaßdefinition anderer sein. Spaß heißt für viele Turner (auch im Breitensport), sich dem Motto “höher, weiter, besser” zu stellen.

    Wir nutzen in Schleswig-Holstein, die unterschiedlichen Möglichkeiten, die uns der DTB im Gerätturnen männlich durch die Wettkampfprogramme vorgibt. Kreismeisterschaften (im Schüler- und Jugendbereich) und Landeseinzelmeisterschaften in den Pflichtübungen sowie der Kür modifiziert. Des Weiteren das Ganze als Landesmannschaftsmeisterschaften und seit einiger Zeit immer erfolgreicher die Liga in der Kür modifiziert.
    Mit diesen unterschiedlichen Wettkampfprogrammen des DTB muss der gesamte Breitensport abgedeckt werden. Es darf der Turner nicht vergessen werden, der einen Überschlag am Sprung turnt und auch nicht jener, der einen Tsukahara turnt.
    Gerade mit der Kür modifziert haben die Turner die Möglichkeit, sich ihre passenden Übungen zusammenzustellen und einem leistungsorientiertem Breitensport nachzugehen. Und wenn eine Elementegruppe nicht erfüllt wird, dann wird sie halt nicht erfüllt.
    Mit der Kür modifiziert werden jene Turner erreicht, die nicht nach Code de Pointage bei nationalen Wettkämpfen antreten können, aber dennoch ein Repertoire an verschiedenen Elementen und Kombinationen beherrschen. Durch eine Unterforderung (sprich eine Abschwächung der Wettkampfausschreibungen) verlieren wir diese Turner.

    Kurzum:
    Wir brauchen im Turnen einen Breitensport, der alle Facetten des Wettkampfturnens abdeckt und der es jedem ermöglicht seinen persönlichen Motiven (die er hat, um diese Sportart auszuüben) nachzugehen.
    Hierzu gehört auch ein leistungsorientierter Breitensport!

    Das Gerätturnen männlich darf im Breitensport nicht zum Einheitsbrei werden und eine Leistungsorientierung tut dem Schleswig-Holsteinischen Gerätturnen männlich auch gut!

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