Markenrecht im Sport: Augen auf beim Trendsportangebot

Von: Heike Werner

Die Vereine des Schleswig-Holsteinischen Turner-Bundes e.V. (SHTV) sind stets bemüht, ihr Sport- und Bewegungsangebot modern zu gestalten. So steigern Trendsportangebote die Attraktivität des Vereins für die Mitglieder und führen diesem immer wieder neue Mitglieder zu. Nicht zuletzt können sich die gemeinnützigen Sportvereine so auch gegen die immer stärker werdende kommerzielle Konkurrenz behaupten.

Während der vergangenen 20 Jahre haben sich mehr und mehr Trendsportarten entwickelt, die sich von den klassischen Wettkampfsportarten unterscheiden. Diese Wettkampfsportarten werden fast ausschließlich durch den organisierten Sport betreut, d.h. von Sportfachverbänden, die sich um die Angebote von Übungsleiterausbildungen, Lizenzverlängerungen, die Ausrichtung und Organisation von Wettkämpfen, die Nachwuchsförderung u.a. kümmern. Im Gegensatz dazu werden Trendsportarten häufig von Sportgeräteherstellern entwickelt, die damit Geld verdienen. Daher sind diese in der Regel von ihren Entwicklern markenrechtlich geschützt und können nur nach festgelegten Regeln von Vereinen genutzt werden.

Eine Marke dient der Unterscheidung einer Ware oder einer Dienstleistung von denen der Mitbewerber. Erst mit einer Marke wird eine ansonsten nicht abgrenzbare Ware oder Dienstleistung zu einem klar zu identifizierenden Produkt. Sowohl Wortmarken als auch Bildmarken (z. B. der Coca Cola™ Schriftzug) werden beim Deutschen Patent- und Markenamt in München eingetragen und erhalten zu ihrer eindeutigen Kennzeichnung das Symbol ® oder © oder ™. Das Markenrecht gewährt dem Inhaber einer Marke ein sogenanntes „Ausschließlichkeitsrecht“. Nach der Eintragung im Markenregister bekommt der Markeninhaber das Recht, seine Marke nach Belieben für die beanspruchten Waren und Dienstleistungen zu nutzen. Umgekehrt kann der Markeninhaber Dritten die Nutzung der Marke verbieten oder unter bestimmten Voraussetzungen, wie beispielsweise der Zahlung einer Gebühr, die Nutzung erlauben. Wird die Marke trotz eines Verbotes des Markeninhabers genutzt, so liegt eine Markenschutzverletzung vor. Der Markeninhaber kann dann vom Nutzer Schadenersatz verlangen.

Eine dieser Marken ist Zumba®. Diese Trendsportart darf nur von Trainern angeboten werden, die an einer kostenpflichtigen Ausbildung mit einem von Zumba® Fitness LLC autorisierten Ausbilder teilgenommen haben und Mitglied im Zumba® Instructor Network sind. Für die Mitgliedschaft zahlt der Instructor monatlich 30 US-Dollar und erhält fertige Choreografien, Musik, Marketing-Material und den ZIN-Newsletter.

Ein teurer Trend

In der jüngeren Vergangenheit haben immer mehr Vereine des SHTV auf die wachsende Nachfrage nach Zumba®-Angeboten reagiert und diese Trendsportart in ihr eigenes Portfolio aufgenommen. Solange Übungsleiter, die durch einen durch Zumba® Fitness LLC autorisierten Ausbilder eine 30-stündige Instructor-Ausbildung absolviert haben, diese Kurse anbieten, droht keinerlei Regressanspruch. Denn diese Instructoren werden bei Zumba® Fitness LLC gelistet und zahlen regelmäßige Beiträge. Wer aber einen Kurs mit Zumba®-Inhalten zu der entsprechenden, ebenfalls geschützten Musik anbietet und keine solche Ausbildung absolviert hat und/oder kein ZIN-Mitglied ist, läuft Gefahr, Schadenersatz für diese unerlaubte Nutzung der Marke zahlen zu müssen.  Wir möchten unsere Mitgliedsvereine noch einmal nachdrücklich darum bitten, ihre Angebote hinsichtlich eines bestehenden Markenrechts zu prüfen. Und scheuen Sie sich nicht, sich mit Fragen an uns zu wenden

LaGYM: kostengünstig und qualitativ hochwertig

Ziel des SHTV ist es, zielgruppenorientierte Sportangebote zu schaffen, für diese die entsprechende Übungsleiterausbildung anzubieten und damit für die Gesundheit und die Sicherheit der Vereinsmitglieder zu sorgen. Mit einer umfangreichen Ausbildung geben wir unseren Übungsleitern das nötige Rüstzeug an die Hand, um ihren Vereinsmitgliedern qualitativ hochwertiges Turnen, Tanzen, Fitness- und Gesundheitssport zu ermöglichen. Denn wir bieten Sport um seiner selbst Willen und mit dem höchstmöglichen Qualitätsanspruch an, nicht um einen möglichst großen wirtschaftlichen Gewinn zu erzielen!

Relativ neu im Programm des SHTV ist die Ausbildung zum LaGYM- Um an der LaGYM-Instructor-Weiterbildung teilnehmen zu können, ist eine gültige Übungsleiter- bzw. Trainer C-Lizenz notwendig. Dies stellt sicher, dass die Anwärter Grundkenntnisse über das Anbieten verschiedener Angebote und Kurse im Verein verfügen und nicht nur einfach vorgegebene Unterrichtsinhalte kopiert wiedergeben. Diese intensive Ausbildung (120 Unterrichtsstunden) führt zu einer hohen Kompetenz bei unseren Übungsleitern und Trainern im organisierten Vereinssport und ist die Basis eines qualitativ hochwertigen Angebotes in unseren Sportvereinen. Wenn diese Ausbildung erfolgreich abgeschlossen wird, kann die LaGYM-Instructor-Weiterbildung (20 Unterrichtsstunden) als Zusatz-Qualifikation absolviert werden. Das Charmante an diesem Angebot ist, dass nach der Ausbildung weder für den Verein noch für den Übungsleiter („Instructor“) weitere Kosten entstehen. Lediglich die ÜL-Lizenz muss – wie generell üblich – regelmäßig verlängert werden. Im Rahmen der Ausbildung erhalten alle Teilnehmer eine Musik-CD, eine DVD und ein T-Shirt.