Kieler Jugend-Turner siegten beim Deutschlandpokal!

SCHWÄBISCH-GMÜND. Die Kieler C-Jugend-Turner haben den ersten in der Kür ausgetragenen Deutschlandpokal gewonnen – zumindest in Fachkreisen gilt dies als historischer Paukenschlag, da der Schleswig-Holsteinische Turnverband bei den 13/14-jährigen seit 1987 noch nie gewonnen hat.

Kieler Jugend-Turner siegten beim Deutschlandpokal
v. l.: Malte Beissel, Karl Ornowski, Thore Beissel, Nico Köhler
Foto: Claus Köhler
Mit 212,45 Zählern siegten Karl Ornowski (KMTV), Nico Köhler (Kieler TV), Thore und Malte Beissel (TSV Kronshagen) vor der Hessen-Auswahl (211,35) und der Auswahl aus Brandenburg (210,80). Durch die beste Boden-Wertung aller sieben Teams setzten die Kieler gleich am Startgerät ein Achtungs-Zeichen (38,30) und führten an den Ringen (35,10) und am Sprungtisch (37,30) die Top-Noten fort. „Am Barren und Reck wurde es am Schluss noch mal spannend – mit dem besseren Ende für uns“, erzählte Landestrainer Dietmar Popp. Einmal mehr war auf Karl Ornowski Verlass, der wieder seinen bundesweit dritten Platz im Jahrgang 2003 bestätigte, bester Kieler und Fünfter Im Gesamt-Klassement wurde (72,75). Thore Beissel, der deutsche Meister am Sprungtisch, bekam erneut die Tageshöchstnote in seiner Parade-Disziplin (13,25) und wurde Dritter im Jahrgang 2002 (71,65). Bundestrainer Jens Milbradt lud Karl und Thore zu einem U16-Nationalmannschaftslehrgang ein.

Thores 12-jähriger Bruder Malte startete per DTB-Sondergenehmigung als jüngster Turner des 30-er-Feldes und beendete seinen fehlerfreien Wettkampf mit dem 12. Platz (67,40). Nico Köhler hatte zwar einen rabenschwarzen Tag erwischt (Rang 21; 62,95), doch seine Kieler Kollegen kompensierten dies mit Teamgeist und Nervenstärke. Und wenn Thore im nächsten Jahr die Altersklasse wechseln muss, springt Tom Luca Meyer (KTV; 64,65 Punkte, Platz 16) für ihn ein – die Kieler C-Jugend-Turner haben also auch in 2017 gute Chancen auf den Pokalgewinn.

Die Neun-/Zehn-jährigen Schützlinge von Landestrainer Udo Poppe belegten im Pflicht-Programm den 5. Platz (153,75) von insgesamt 12 Teams. Es siegten die Berliner Jungen mit 163,40 Punkten. Shamsu-Deen Raimi (Kieler TV; 53,725), Leopold Erbersdobler (TSV Altenholz; 51,90) und Miyaki Nishiura (TSV Russee; 48,125) turnten als einzige Riege ohne Streichnote und hatten am Boden und Reck einige Punkt-Einbußen.  Im Vergleich zum Vorjahr gaben die Youngsters einen Rang ab. „Leo, der unter den 60 Turnern Platz zehn belegte, dürfte seine erste Bundeskader-Nominierung für 2017 sicher haben“, freute sich Poppe. „Shami“ Raimi wurde Vierter und bestätigte seine Mitgliedschaft im DTB-Perspektivkader. Zudem glänzte er mit dem Bestwert aller 480 Übungen: 9,80 von zehn möglichen Punkten gab es für seine Barrenübung. jö