Elternworkshop: Gemeinsam durch den Leistungssport – wie Eltern ihre Kinder richtig begleiten

Am Donnerstag, den 20. August, fand im Landesstützpunkt (LSP) in Kiel ein Workshop für Eltern von Nachwuchsleistungssportlern statt. Im Mittelpunkt stand die Frage: Welche Rolle spielen Eltern im Leistungssport und was brauchen unsere Kinder von uns?
Der Workshop ist Teil unseres gemeinsamen Anspruchs, jungen Turner*innen ein Umfeld zu bieten, in dem sie sich sportlich und persönlich entwickeln können. Ein respektvoller, wertschätzender und gewaltfreier Umgang mit unseren Turner*innen ist uns dabei besonders wichtig. Leistungssport bringt hohe Anforderungen und Erwartungen mit sich. Umso wichtiger ist es, dass die jungen Sportler*innen Vertrauen, Sicherheit und Unterstützung erfahren.
Deshalb hat Kim Borowiak, sportpsychologische Expertin i. A., bereits im März 2026 einen Workshop mit dem Trainerteam durchgeführt, wo die Rolle und das Wirken der Trainer*innen im Fokus stand. Darüber hinaus steht sie in engem Austausch mit unseren beiden Landestrainern und begleitet die weitere Entwicklung im regelmäßigen Dialog. So möchten wir gemeinsam mit allen Trainer*innen, Eltern und Turner*innen eine Kultur schaffen, in der Leistung und persönliche Entwicklung gleichermaßen ihren Platz haben.
Zurück zum Elternworkshop: Neben einem wertvollen und offenen Erfahrungsaustausch beschäftigten sich die Teilnehmerinnen intensiv mit den unterschiedlichen Rollen, die Eltern im Leistungssport übernehmen. Dabei wurde deutlich: Eltern sind Unterstützer, Motivator, Rückhalt und wichtige Bezugspersonen. Gleichzeitig sollten die sportlichen Entscheidungen in den Händen der Trainer und Sportler bleiben.
Ein zentraler Aspekt des Workshops war, dass auch Eltern ihren eigenen Lern- und Entwicklungsprozess durchlaufen. Mit der sportlichen und persönlichen Entwicklung des Kindes verändert sich auch die Rolle der Eltern. Dabei ist es völlig normal, nicht immer genau zu wissen, was gerade gebraucht wird. Die eigene Rolle darf und muss immer wieder neu gefunden und angepasst werden.
Anschließend ging es um die Begleitung im Training und im Wettkampf. Bei der Trainingsbegleitung wurde unter anderem thematisiert, warum es für Kinder wichtig sein kann, auch ohne die Eltern am Hallenrand zu trainieren. So entsteht Raum für Eigenständigkeit, eigene Entscheidungen und Fehler, ohne zusätzlichen Druck durch Beobachtung oder Kommentare von außen.
Auch die Wettkampfbegleitung wurde ausführlich betrachtet: Vor dem Wettkampf geht es vor allem darum, Sicherheit zu geben, zuzuhören und den eigenen Fokus des Kindes zu respektieren. Während des Wettkampfs sind Präsenz und Ruhe wichtiger als Anweisungen oder Strategien. Nach dem Wettkampf sollte nicht ausschließlich das Ergebnis im Mittelpunkt stehen, sondern auch Mut, Verhalten, Entwicklung und die Umsetzung des Erarbeiteten.
Die wichtigste Botschaft des Workshops: Sprecht mit euren Kindern!
Denn Kinder können häufig selbst sehr gut einschätzen, was ihnen guttut, was sie sich von ihren Eltern wünschen und was ihnen möglicherweise Druck macht. Deshalb lohnt es sich, nachzufragen, zuzuhören und gemeinsam herauszufinden, was das Kind gerade braucht.
Denn am Ende gilt: Eltern müssen nicht perfekt sein. Entscheidend ist, gemeinsam mit dem eigenen Kind die passende Rolle immer wieder neu zu finden.
Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei der sportpsychologischen Expertin Kim Borowiak bedanken. Vielen Dank Kim, dass du dir die Zeit für uns nimmst! Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit dir.