Am 20. September war es soweit: Der 1. Wettkampftag der Ligasaison 2026 männlich in der Kür modifiziert fand in Kiel statt.
Insgesamt 81 Turner in 13 Mannschaften aus 10 Vereinen, die aus 7 unterschiedlichen Kreisturnverbänden und 2 Bundesländern kommen, sind für die drei Wettkämpfe in drei Ligen gemeldet. Sie alle haben mit ihren Trainer*innen sowie den Heimkampfrichter*innen ihre Übungen überprüft und auf Grundlage der neuen Wertungsvorschriften zusammengestellt. Die Kampfrichter*innen wurden im 1. Quartal neu ausgebildet, so dass nun alle die D-Note berechnen können und wissen, wann sie den neu eingeführten Standbonus vergeben werden. Ein großer Dank geht an alle Kampfrichter*innen, die einen nicht einfachen Job haben und durch die ein Wettkampf erst möglich wird.
Insgesamt war am Sonntagmorgen in der Rudi-Gauch-Halle in Kiel unter den Turnern eine freudige Anspannung zu spüren – in der einen Ecke wurden die Turnkonkurrenten lachend begrüßt und Smalltalk betrieben, während in der anderen Ecke spekuliert wurde, wie die eigenen Leistungen im Vergleich zu den Mitstreitern einzuschätzen sind. Mit großem Gewusel, aber diszipliniert lief das große Einturnen an den Geräten ab, bevor dann Ligaobmann Arne Strickrodt alle Turner pünktlich zum Wettkampfbeginn begrüßte.
Schülerliga
Insgesamt fünf Mannschaften gingen in der Schülerliga, in der die Jungen zwischen 10 und 14 Jahre alt sind (ein Turner darf zwischen 15 und 17 Jahre alt sein), an den Start. „Es freut mich zu sehen, dass eine Mannschaft mehr als im Vorjahr gemeldet wurde“, so Ligaobmann Arne Strickrodt. „Es stellen sich immer mehr Vereine und Trainer den Herausforderungen der Kür modifiziert und versuchen mit den jungen Turnern eine individuelle Kürübung der LK 3 zusammenzustellen“, beschreibt Strickrodt einen Trend der letzten beiden Jahre. Für den PSV Eutin ist es die erste Teilnahme in der Liga. Sie stellen zudem das jüngste Team, hatten mit Noah Ertural einen Turner in den Reihen, der am Vortag bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften (DMKM) startete und konnten sich auf den vierten Platz am ersten Wettkampftag platzieren. Sie ließen somit die Turner des Elmshorner MTV hinter sich. Die ersten drei Plätze machten, jeweils mit rund vier Punkten Unterschied, der TSV Bargteheide (170,00), die TGSV Nord-Wanderup (174,80) und die SV Friedrichsort (178,60) unter sich aus. Mit Jonas Braun (63,90) und Mats Bricks (63,00), der am Vortag noch den 4. Platz bei den DMKM in seiner Altersklasse belegte, konnten sich zwei Friedrichsorter in der Einzelwertung durchsetzen. Matthew Aßmuss (60,70) vom PSV Eutin folgte auf Platz 3.
Verbandsliga
Auch in der zweithöchsten Klasse in Schleswig-Holstein sind fünf Mannschaften am Start. Sie kämpfen um den Aufstieg in die Landesliga. Mit der Uni Hamburg – Hochschulsport kann auch hier eine neue Mannschaft im Kreise des Schleswig-Holsteinischen Ligensystem begrüßt werden. Wie in den anderen Ligen auch, darf in der Verbandsliga jede Mannschaft zehn Turner melden, von denen dann sechs am Wettkampftag ins Rennen gehen dürfen. Am Gerät selbst starten maximal vier Turner, wobei die drei besten Wertungen dann in das Ergebnis eingerechnet werden. Die Turner aus Hamburg beendeten ihren ersten Wettkampf auf Platz 5. Die Turner aus Oldesloe sicherten sich den 4. Platz. Die drei Mannschaften an der Spitze trennen insgesamt nur sieben Punkte. Die SV Friedrichsort (198,30) erturnte sich hier Platz 3. In ihrer Mannschaft waren mit Laase Lux und Lars Wethgrube zwei Turner, die am Vortag auch beiden Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Heide am Start waren und als Deutsche Vizemeister ihrer jeweiligen Altersklasse von der Westküste zurückkehrten, am Start. Auf Platz 2 konnte der TSV Pahlhude (203,00) den Wettkampf beenden. Kevin Friese aus Pahlhude erkämpfte sich am Vortag die Bronzemedaille im Jahnkampf 30+. Der VfL Geesthacht (205,30) setzte sich am Ende des ersten Wettkampftages an die Spitze der Verbandsliga und ist somit der erste Aspirant auf den Aufstieg. In der Einzelwertung konnte sich Benedikt Schröder aus Oldesloe vor dem Geesthachter Tjark Otto und Malte Meiners aus Pahlhude durchsetzen.

Landesliga
Leider gehen in diesem Jahr nur drei Mannschaften in der Landesliga an den Start. Der Elmshorner MTV, der seit Jahren in der Landesliga am Start war, konnte leider keine Mannschaft mehr stellen. Den dadurch freigewordenen Startplatz wollte keine Mannschaft aus der Verbandsliga wahrnehmen. Die TGSV Nord-Wanderup, die im Vorjahr zum ersten Mal aufstieg, konnte nur eine stark minimierte Mannschaft melden. „Es ist schade, dass wir erneut keine vier Mannschaften in der Landesliga am Start haben“, bedauert Strickrodt das Meldeergebnis. „Damit ist aber auch klar, dass wir in der Landesliga einen spannenden Zweikampf zwischen dem Vorjahressieger, dem Altonaer TSV, und dem mehrmaligen Ligasieger, der SV Friedrichsort, haben werden“, wagte Arne Strickrodt eine Prognose vor dem Wettkampf.
Und so kam es dann auch: Die TGSV Nord-Wanderup beendete den Wettkampf auf Platz 3 (111,20). Friedrichsort und Altona, beide zusammen in einer Riege, lieferten sich an jedem Gerät einen Kampf um die Punkte. Nach dem Startgerät, dem Boden, konnte sich die SVF an die Spitze setzen und einen Vorsprung von über 2,5 Punkten auf Ihrem Guthabenkonto verbuchen. „Die Friedrichsorter zeigten insgesamt vier hochwertige und saubere Übungen, so dass die drittbeste Wertung vom Friedrichsorter Peter Simon nur 0,05 Punkte schlechter war als die beste Wertung der Turner vom ATSV“, erläutert Arne Strickrodt das Ergebnis. Peter Simon war im Übrigen auch am Vortag bei den DMKM am Start und wurde Deutscher Meister im Jahnkampf 30+. Am Pauschenpferd setzte sich Altona knapp durch, was nicht zuletzt einer überragenden Übung des Ex-Kieler Yumito Nishiura geschuldet war, der mit 14,10 Punkte die Tageshöchstnote im gesamten Wettkampf turnte. An den Ringen konnten die Turner aus Hamburg überzeugen und waren um 3,10 Punkte besser als die Gastgeber. Sie setzten sich im Zweikampf an die Spitze, was die SV Friedrichsort am Sprung konterte. Auch nach dem vorletzten Gerät, dem Barren, lagen die Männer vom Leuchtturm mit 2,25 Punkten in Front. Im letzten Jahr ging das Königsgerät immer deutlich an die Hamburger, so dass klar war, dass es auf jeden Zehntel für die beiden Mannschaften ankam. Schließlich konnten die Friedrichsorter (222,20) einen Vorsprung von 0,35 Punkten nach 18 Übungen gegenüber Altona (221,85) über die Ziellinie retten. „Es wird ein spannender zweiter Wettkampf“, blickt Ligaobmann Arne Strickrodt auf den 4. Oktober.
Wer die Turner live sehen möchte, ist herzlich zu den nächsten Wettkämpfen eingeladen:
Sonntag, 4. Oktober (Einturnen: 10 Uhr / Beginn: 11 Uhr) in der Sporthalle der Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Bargteheide (Am Schulzentrum 11)
Sonntag, 15. November (Einturnen: 10 Uhr / Beginn: 11 Uhr) in der Rudi-Gauch-Halle in Kiel (Winterbeker Weg 47)
Die Ergebnisliste des ersten Wettkampfes kann man hier einsehen.