Der SHTV war am vergangenen Wochenende gleich mit fünf Mannschaften nach Troisdorf gereist, um am diesjährigen Pokalwettkampf teilzunehmen. Drei Teams in den Altersklassen 30+, 40+ und 50+ sowie zwei bei den Männern der AK 60+ und 70+ waren am Start, alle in den von ihnen neu angeschafften einheitlichen SHTV-Trainingsjacken.
Die S-H-freundliche Durchlaufplanung sah vor, dass alle Teams am Samstag im 2. und 3. Durchgang turnen sollten.
Bei den Frauen starteten im Team 30+ mit Antje Katschmanowski, Samantha Philips, Nicole Nebel, Janina Schön, Cindy Roitsch und Denise Doering sowie im Team 40+ mit Bente Grams, Ines Jankowski, Silke Spengler, Constanze Merten, Bettina Walter und Katrin Umlandt parallel im 2. Durchgang, der ohne Pausenriege im Schnelldurchlauf durchgeführt wurde. Inklusive Erwärmung waren nur zwei Stunden dafür vorgesehen, was die Turnerinnen, die an allen vier Geräten turnten, durchaus an ihre Leistungsgrenze brachte.

Team 40+ landete auf dem 7. Rang, der wegen eines Fehlers bei der Übermittlung der Ergebnisse leider noch nachträglichen auf den 8. Rang korrigiert wurde. Das 30+ Team mit drei Turnerinnen, die das erste Mal auf Bundesebene dabei waren, erreichte den 10. Platz. Hervorzuheben sind die sauber geturnten Barrenübungen, mit denen das Team die dritthöchste Mannschaftswertung an diesem Gerät erturnte sowie die herausragende Leistung von Bente Grams, die in der inoffiziellen Einzelwertung einen glänzenden zweiten Platz erreichte.
Nach dem Turbodurchgang blieb zum Glück noch genug Energie übrig, um das Team 50+ und die beiden Männer-Teams im dritten Durchgang lautstark anzufeuern. Dies katapultierte die Schwestern Iris und Sonja Maxeiner, Yvonne Adam, Kathrin Sievers und Melanie Lienemann-Günther in einem sehr spannenden Wettkampf auf den zweiten Platz, knapp hinter dem Turnverband Mittelrhein, der seinen Titel vom letzten Jahr erfolgreich verteidigen konnte. Ein Kuriosum ist noch anzumerken: Am Boden erhielten alle vier Turnerinnen aus Schleswig-Holstein die Note 12,90 und damit sowohl die höchste Wertung des Teams als auch die Streichnote. Yvonne Adam erzielte die höchste Wertung am Sprung und wurde in der inoffiziellen Einzelwertung Vierte knapp vor Melanie, die am Stufenbarren für Aufsehen sorgte: Mit einem nicht ganz so geplanten Abgang in der Holmengasse gegen den oberen Holm ließ sie nicht nur den Atem der Kampfrichter und der anfeuernden Schleswig-Holsteiner kurz stocken, sondern lieferte auch unabsichtlich gleich Anschauungsmaterial für die nächste DTB-Kari-Schulung. Die Oberkampfrichterin fragte nämlich nach, ob wir den spektakulären Abgang gefilmt hätten und ob Melanie es erlauben würde, das Video für Schulungszwecke zu verwenden.
Als Kampfrichterin für die Frauen war Salomé Thode mitgereist und Kathrin Sievers wertete zusätzlich zu ihrer erfolgreichen Teilnahme im Team 50+ ebenfalls. Vielen Dank dafür!
Bei den Männern in der AK60+ erwischte Jörn Albrecht leider einen rabenschwarzen Tag, denn ihm unterliefen nicht nur Fehler am Reck und Barren, sondern auch sein Strecksalto rückwärts am Boden wurde von den Kampfrichtern nicht anerkannt. Dass er trotzdem in der inoffiziellen Einzelwertung auf Platz drei landete, zeigt einmal mehr, dass wir hier einen Ausnahmeathleten in unseren Reihen haben. Ausgesprochen stark turnte auch Thomas Westphal, dessen konsequentes und fleißiges Training der letzten Monate ihm knapp hinter Jörn einen vierten Platz bescherte. Steffen Jeschke zeigte wie gewohnt zuverlässig starke Übungen ebenso wie Kai Rönicke. Überraschend positiv war der Beitrag von Dietmar Mannebeck, der als Neuling in der Mannschaft nur an zwei Geräten turnte und beide Male in die Mannschaftswert kam. Thomas Eichler vervollständigte das Sextett, das am Ende mit dem geringstmöglichen Rückstand von 0,05 Punkten auf den siegreichen Thüringer Turnverband sensationell auf dem zweiten Platz landete.

Ohne Aussicht auf eine vordere Platzierung war das Team der AK 70+ angetreten, denn aufgrund von äußerst kurzfristigen Ausfällen wegen Krankheit und Verletzungen war nur eine Rumpftruppe von drei Turnern übriggeblieben, sodass es keine Streichnoten gab. Dennoch gelang es, das Minimalziel zu erreichen und vor dem Hessischen Turnverband den vierten Platz zu belegen. Hervorzuheben ist dabei vor allem die Leistung, die Günther Zick erbrachte, indem er erst beim Einturnen seine Barrenübung zusammenimprovisierte und sich am Sprungtisch eine Hocke erschloss. Mit wesentlich mehr Routine waren seine erfahreneren Mannschaftskameraden Klaus Sommerschuh und Helmut Burmeister ausgestattet, so dass man auch mit der Punktausbeute am Ende zufrieden sein konnte. Im Anschluss an die Wettkämpfe wurde wie üblich gemeinsam gespeist und getanzt. Zwar reichte der Platz im Speiseraum nicht und das Partyzelt war recht zugig, doch das tat der Stimmung keinen Abbruch – für uns Schleswig-Holsteiner ein gelungenes Wochenende!
Katrin Umlandt





