Bronze bei der Deutschen Meisterschaft: Kieler Nachwuchs-Akrobaten begeistern auf nationaler Bühne

Mit einer Bronzemedaille im Gepäck kehrten Mads Pawlowski (14) und Pius Plathner (12) von den Deutschen Meisterschaften der Sportakrobatik aus Göppingen zurück. Das Herrenpaar des Kieler Turnvereins sorgte beim nationalen Titelkampf Anfang Juni für einen bemerkenswerten Erfolg und setzte gleichzeitig ein starkes Zeichen für die Sportakrobatik in Schleswig-Holstein.

Handstand (Foto: Elena Schachmeier)

Mehr als 400 Athletinnen und Athleten aus dem gesamten Bundesgebiet waren vom 5. bis 7. Juni in der EWS-Arena am Start. In einer beeindruckenden Kulisse mit Livestream, LED-Screens und begeistertem Publikum präsentierte sich die Sportakrobatik von ihrer spektakulären Seite. Kraft, Eleganz, Koordination und Teamwork verschmelzen in dieser Sportart zu atemberaubenden akrobatischen Übungen – Eigenschaften, die auch das Kieler Duo eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Dabei ist die Erfolgsgeschichte von Mads und Pius noch jung. Erst seit Dezember 2025 treten die beiden gemeinsam als Herrenpaar an. Umso bemerkenswerter ist ihre Entwicklung: In wenigen Monaten gelang es ihnen, anspruchsvolle akrobatische Elemente zu erarbeiten und zu einer wettkampfstarken Kür zusammenzufügen. Beide bringen unterschiedliche Stärken mit. Mads Pawlowski verfügt über mehrere Jahre Erfahrung in der Sportakrobatik und konnte bereits in verschiedenen Formationen auf nationaler Ebene Erfolge feiern. Pius Plathner wechselte erst 2025 vom Gerätturnen zur Sportakrobatik und brachte die am Landesstützpunkt Kiel erworbenen turnerischen Grundlagen mit. Gemeinsam entwickelten sie sich in kürzester Zeit zu einem konkurrenzfähigen Team auf Bundesebene.

Als einzige Formation aus Schleswig-Holstein in der Aspire-Klasse vertraten sie nicht nur den Kieler Turnverein, sondern auch ihr Bundesland bei den Deutschen Meisterschaften. Nach erfolgreichen Auftritten bei überregionalen Wettkämpfen in Frankfurt und Potsdam sowie dem Gewinn des Landesmeistertitels reisten sie mit viel Selbstvertrauen nach Göppingen.

Bereits am Qualifikationstag überzeugten die beiden Nachwuchsathleten auf ganzer Linie. Mit einer starken Wertung von 23,600 Punkten setzten sie sich an die Spitze des Teilnehmerfeldes und qualifizierten sich als Erstplatzierte für das Finale. Dort präsentierten sie erneut eine souveräne Übung, allerdings schlich sich ein kleiner Patzer ein.

Am Ende konnten die direkten Konkurrenten im Finale noch etwas zulegen, sodass für das Kieler Duo der hervorragende dritte Platz feststand. Die Bronzemedaille bei einer Deutschen Meisterschaft ist dennoch ein herausragender Erfolg – insbesondere angesichts der kurzen gemeinsamen Wettkampfzeit.

Großen Anteil an dieser Entwicklung hat Trainer Matti Storm vom Kieler Turnverein geleistet. Mit seiner fachlichen Expertise, seiner Wettkampferfahrung und seiner ruhigen Art führte er die jungen Athleten durch die intensive Vorbereitungsphase und stand ihnen auch während des Wettkampfs mit wertvollen Hinweisen zur Seite. Unterstützt wurde das Team zudem von Elena Schachmeier, Fachwartin für Sportakrobatik in Schleswig-Holstein, die in Göppingen zugleich als Kampfrichterin im Einsatz war.

Für den Kieler Turnverein ist die Medaille ein weiterer Beleg für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit in einer Sportart, die noch immer als Geheimtipp gilt. Wer die eindrucksvollen Choreographien, die spektakulären Hebefiguren und Würfe und die beeindruckende Körperbeherrschung der Athletinnen und Athleten erlebt, versteht schnell, warum die Sportakrobatik immer mehr Menschen begeistert.

Für Mads und Pius ist Bronze dabei keineswegs das Ende der Reise. Die beiden Nachwuchssportler nehmen wertvolle Erfahrungen von ihrer ersten gemeinsamen

Deutschen Meisterschaft mit und richten den Blick bereits nach vorne: In der Jugendklasse wollen sie 2027 erneut angreifen – und dann auch zwei Schritte weiter nach oben auf das Podest klettern.

Kroko (Foto: Elena Schachmeier)
Winkelstütz (Foto: Elena Schachmeier)
Salto (Foto: Elena Schachmeier)

Text: Maximilian Plathner

Fotos: Elena Schachmeier