Es war Steffen Jeschke, der Wettkampfbeauftragte für das Seniorenturnen des Schleswig-Holsteinischen Turnverbands, der die Iniative ergriff und die Tradition wieder aufgenommen hat: das Kieler-Woche-Pokalturnen, von Kunstturnurgestein Heinz Nienhüser vor Jahrzehnten ins Leben gerufen, diesmal durchgeführt mit der Unterstützung des Kreisturnverbands Kiel. Und so trafen sich am Samstag Nachmittag des Auftaktwochenendes der Kieler Woche neun Seniorenturner aus Kiel und ganz Schleswig-Holstein im Sportforum der Universität Kiel zu einem Wettkampf in den P-Pflichtübungen, um den Besten unter ihnen zu ermitteln. Um dieses Ziel unter fairen Bedingungen zu erreichen, war ein Bonuspunktesystem erdacht worden. Dies gewährleistete, dass die Leistungen von Turnern aus verschiedenen Altersgruppen vergleichbar wurden. Dass also schließlich der jüngste Teilnehmer Jörn Albrecht vom PSV Eutin mit 60 Jahren als überlegener Sieger ganz oben auf dem Podest stand, ist nicht seinem Alter zuzurechnen, sondern der Tatsache, dass er als Ausnahmeathlet mit einem erst kürzlich erworbenen dritten Platz bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften in der Tasche antrat. Werner Kreuzmann vom TSV Lola, der als ältester Teilnehmer mit 84 antrat, hatte zwar einen schwarzen Tag erwischt, turnte aber dennoch mit dem vierten Platz nur knapp am „Treppchen“ vorbei.
Von Steffen Jeschke straff durchgezogen und cum grano salis moderiert – ein Turner, der nach jahrelanger verletzungsbedingter Abstinenz wieder ins Wettkampfgeschehen eingriff wurde z. B. als „Turner vom Turnverein Phönix-aus-der-Asche“ angesagt – hat der Wettkampf allen Aktiven nicht nur eine Urkunde, eine Siegermedaille und eine Kieler-Woche-Plakette beschert, sondern alle, Aktive wie Zuschauer, gingen mit einem frohen Erlebnis im Herzen nach Hause. Und ein besonderer Dank für diese gelungene Veranstaltung galt schließlich noch den Kampfrichtern Hans Süßmann und Heinz Nienhüser, der auf diese Weise auch mit über 90 Jahren immer noch mit von der Partie sein konnte.
Helmut Burmeister





