Vorbericht Faustballwochenende 17./18. Februar 2024

Am Wochenende finden die Aufstiegsspiele zur SH-Liga der Männer in Breklum statt. Die Mix U8 ermittlet am Wochenende den neuen Landesmeister in Kellinghusen. Und in Calw findet die Deutsche Meisterschaft der Frauen statt.

17. Februar ab 14 Uhr: Mix U8 in Kellinghusen

VFL Kellinghusen, TSV Breitenberg, VFL Kellinghusen 2, TSV Wiemersdorf, TSV Schülp, TuS Wakendorf, TSV Schülp 2

18. Februar ab 10 Uhr: Aufstieggspiele zur SH-Liga Männer in Breklum

SF Bordelum, Team Nordschleswig 2, Großenasper SV, TuS Wakendorf 2

Alle Spielpläne findest Du HIER

Für die DM der Frauen in Calw findest Du alle Informationen HIER

Sören Nissen, Landesfachwart Faustball SHTV

Nachhaltigkeitsprogramm für Sportvereine

Der Verein Deutsche Turnfeste hat im Kontext des Turnfestes 2025 ein großes, breites Nachhaltigkeitsprogramm für Vereine aufgesetzt. Ziel ist es, mehr Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen und gleichzeitig das Thema Nachhaltigkeit mit vielen praktischen Tipps in die Vereine zu bringen und sie dazu zu motivieren, ihre eigenen Nachhaltigkeits-Aktivitäten zu starten. Es sollen Menschen in ganz Deutschland geschult und erreicht werden.

SHTV-Training und anschließender Probewettkampf in Kiel

Am Sonntag, den 11.02.2024, trafen sich Gymnastinnen aller Schleswig-Holsteinischen Vereine der Rhythmischen Sportgymnastik in der Stralsundhalle in Kiel, um dort ein gemeinsames Training zu absolvieren. Anschließend an diese Trainingszeit fand der Probewettkampf statt. Hier konnten sich die Gymnastinnen zusammen mit den Kampfrichterinnen Schleswig-Holsteins auf die kommende Saison vorbereiten. In intensivem Austausch zwischen den Kampfrichterinnen wurden die Wertungen der Übungschoreografien der Gymnastinnen detailliert besprochen. Es war ein gelungener Tag, den alle Teilnehmenden nutzen konnten, um zu üben und weitere Erfahrung für die anstehenden Wettkämpfe zu sammeln.

INITIATIVE: BEWEGUNG GEGEN KREBS

Gemeinsam mit dem DOSB und der Deutschen Sporthochschule Köln macht die Deutsche Krebshilfe auf die wichtige Bedeutung von „Sport und Bewegung“ in der Krebsprävention und -nachsorge aufmerksam.

Der DTB stellt mit dem eigenen Aktionsprojekt „Leben liebt Bewegung – Tu’s für dich!“
die Wissensvermittlung der positiven Aspekte von Bewegung im Sinne der Krebsprävention in den Fokus:

  • Vereine (Übungsleitende und Vereinsmitglieder) sollen über die Gesundheitseffekte informiert (Wissensvermittlung) und für das Thema sensibilisiert werden.
  • Das Projekt hat das Ziel, Menschen in ihrem aktiven Verhalten zu bestärken oder eine Verhaltensänderung in Richtung „mehr Bewegung“ einzuleiten – Eine Unterstützung auf dem Weg zum lebenslangen Sporttreiben.
  • Eine Schlüsselrolle zur Umsetzung nehmen die Übungsleitenden ein, weshalb eine Fortbildung „Leben liebt Bewegung – Tu’s für dich!“ konzipiert, Mutliplikator*innen-Schulungen durchgeführt und ein Referent*innenpool aufgebaut wird.

Leben liebt Bewegung – Tu´s für dich!  (dtb.de)

Auf der Seite der Deutschen Krebshilfe findest du darüber hinaus verschiedene Werbematerialien, wie Videos und Anzeigenmotive die du nutzen kannst sowie viele weitere hilfreiche Informationen: „Bewegung gegen Krebs“ (krebshilfe.de)

Der DOSB ruft den Vereinswettbewerb „Bewegung gegen Krebs 2024“ aus. Gewinne einen Gutschein von bis zu 2.500 Euro! Der Deutsche Olympische Sportbund (dosb.de)

 

RSG – Mermaid Cup 2024

Der Mermaid-Cup  in der Rhythmischen Sportgymnastik findet dieses Jahr nicht wie gewohnt Ende März, sondern schon am 24. Februar statt.

Fast 80 Gymnastinnen aus 11 Vereinen und vier Bundesländern kommen zu uns nach Kiel, um sich in der Vorsaison schon mal zu messen. Aus Schleswig-Holstein sind 30 Gymnastinnen in fünf Alterskategorien am Start.

Wir freuen und auf tolle Übungen und zahlreiche Zuschauer. Der Eintritt ist frei.

Rückblick Faustballwochenende 10./11. Februar 2024

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Der TSV Lola konnte sein letztes Spiel in der 1. Bundesliga gewinnen. Bei den Regionalmeisterschaften Nord sind die nächsten Entscheidungen gefallen. Nicht immer mit einem guten Ende für unsere Teams.

1. Bundesliga Nord Männer

In Ahlerstedt traf der TSV Lola im letzten Saisonspiel auf den ebenfalls bereits abgestiegenen MTV Wangersen. In diesem Spiel ging es nur um einen versöhnlichen Saisonabschluss. Der TSV Lola konnte sich mit einem 5:2 Sieg aus der Bundesliga verabschieden. Mit 12:10, 7:11, 12:10, 11:9, 8:11, 11:4 und 14:12 konnte die Mannschaft von Marcus Himmelhan den 3. Saisonsieg einfahren. Wie bereits erwähnt hatte der TSV Lola mit vielen Verletzungen in dieser Saiosn zu kämpfen, nun heißt es in der 2. Bundesliga wieder neuen Anlauf zu nehmen.

Ergebnisse und Tabelle

Norddeutsche Meisterschaft männnliche U18

TSV Wiemersdorf, 5. Platz NDM mU18

In Ahlhorn nahmen der TSV Wiemersdorf und der TuS Wakendorf an der NDM teil. Fünf Mannschaften hatten gemeldet. Aus Niedersachsen waren die Mannschaften vom MTV Oldendorf, TV Brettorf und Ahlhorner SV am Start. Das SH-Derby konnte der TuS Wakendorf mit 2:0 für sich entscheiden. Doch das waren auch die einzigsten SH-Siege an diesem Tag. Denn gegen die Niedersachsen hatte man nur wenige Chancen. Lediglich gegen den MTV Oldendorf konnten beide SH-Teams ein tolles Spiel abliefern, und jeweils einen Satz gewinnen. Der TuS Wakendorf war dem Sieg gegen Oldendorf sehr nah, musste sich am Ende aber etwas unglücklich mit 1:2 geschlagen geben. Damit findet die DM ohne Mannschaften aus dem SHTV statt. Glückwunsch an den Ahlhorner SV zum Gewinn der NDM.

TuS Wakendorf, 4. Platz NDM mU18

Ergebnisse und Tabelle

Norddeutsche Meisterschaft weibliche U18

In Ahlerstedt startete der VFL Kellinghusen bei der NDM der weibliche U18. In der Gruppe traf man auf den TV Jahn Schneverdingen und MTV Wangersen. In der Gruppenphase konnte man leider nur ein Unentschieden gegen den TV Jahn Schneverdingen erspielen. Im Qualifikationsspiel gegen den TV Brettorf hatte man dann etwas unglücklich mit 0:2 (11:13, 9:11) das Nachsehen. Damit blieb „nur“ das Spiel um Platz 5, was die Mädchen aus Kellinghusen dann mit 2:1 gegen den TSV Bardowick gewinnen konnte. Leider reicht diese Platzierung nicht für die DM. Glückwunsch an den……zum Gewinn der NDM

Ergebnisse und Tabelle

Norddeutsche Meisterschaft Männer 35

TSV Gnutz, 4. Platz NDM Männer 35

Der TSV Gnutz reiste nach Rangsdorf, und spielte dort eine gute Norddeutsche-Meisterschaft. In der Gruppe traf man auf den SV Lok Rangsdorf, MTV Vorsfelde und TV Brettorf. Nach Ende der Gruppenphase konnte man sich mit dem 3. Platz für die Qualifikation zum Halbfinale qualifizieren. Dort traf man am Sonntag auf den SV Düdenbüttel. Hier konnte der TSV Gnutz ein tolles Spiel zeigen, und erreichte nach einem 2:0 Sieg das Halbfinale. Hier wartete erneut der TV Brettorf auf die Gnutzer Männer. Doch die Brettorfer waren dann doch eine Nummer zu groß, und man verlor dieses Spiel mit 0:2. Im Spiel um Platz 3 ging es dann um das letzte DM-Ticket gegen den MTV Vorsfelde. Aber nun war die Kraft weg, und der TSV Gnutz musste sich mit 0:2 geschlagen geben. Am Ende belegte man den 4. Platz, der leider nicht für die DM reicht. Glückwunsch an den MTV Hammah zum Gewinn der NDM.

Ergebnisse und Tabelle

Norddeutsche Meisterschaft Männer 55

Vier Mannschaften hatten zur Norddeutschen Meisterschaft gemeldet. Neben dem Wardenburger TV und MTV Oldendorf, nahmen aus SH der VFL Kellinghusen und TSV Uetersen an dieser Meisterschaft teil. Der VFL Kellinghusen erwischte einen sehr guten Tag, und konnte alle seine Spiele gewinnen, und fährt damit als Norddeutscher Meister zur DM nach Ruschwedel. Aber auch der TSV Uetersen konnte sich mit einem 3. Platz bei dieser NDM ein Ticket für die DM erspielen. Glückwunsch an beide Teams für die erfolgreiche Qualifikation.

Ergebnisse und Tabelle

Sören Nissen, Landesfachwart Faustball SHTV

Vorschau Faustballwochenende 10./11. Februar 2024

Ein kleineres Faustballwochenende liegt an. In der 1. Bundesliga Nord der Männer findet der letzte Spieltag statt. Für die U18 und die Männer 55 und Männer 35 finden die Norddeutschen-Meistetrschaften statt. Bei den Frauen 30 fällt die NDM aufgrund der Meldungen aus. Die Ausrichter sind wieder fett gedruckt.

10. Februar 2024 ab 18:00 Uhr: 1. Bundesliga Nord Männer in Ahlerstedt

MTV Wangersen – TSV Lola

10./11. Februar 2024 ab 11:30 Uhr: Norddeutsche Meisterschaft Männer 35 in Rangsdorf

SV Lok Rangsdorf, TSV Gnutz, MTV Hammah, SV Düdenbüttel, DJK Berlin, TV Brettorf, MTV Vorsfelde

10. Februar 2024 ab 11:00 Uhr: Norddeutsche Meisterschaft mU18 in Ahlhorn

Ahlhorner SV, TuS Wakendorf, TSV Wiemersdorf, TV Brettorf, MTV Oldendorf

11. Februar 2024 ab 10:00 Uhr: Norddeutsche Meisterschaft wU18 in Ahlerstedt

MTV Wangersen, Ahlhorner SV, TV Brettorf, TSV Bardowick, TV Jahn Schneverdingen, VFL Kellinghusen

11. Februar 2024 ab 11:00 Uhr: Norddeutsche Meisterschaft Männer 55 in Wardenburg

Wardenburger TV, MTV Oldendorf, VFL Kellinghusen, TSV Uetersen

Die Norddeutsche Meisterschaft der Frauen 30 entfällt. Der TSV Schülp und der Heinkenborsteler SV können beide bei der DM starten.

Alle Spielpläne findest Du HIER

Sören Nissen, Landesfachwart Faustball SHTV

Der 8. Schneeflöckchen-Cup 2024 in Rendsburg

Am 04.02.2024 hat der Rendsburger TSV den 8. Schneeflöckchen-Cup der Rhythmischen Sportgymnastik ausgerichtet. Teilgenommen haben an diesem Wettkampf die Vereine des Ahrensburger TSV, Kieler TB, TSV Schwerin, PSV Schwerin, FSV Bentwisch und Rendsburger TSV. An diesem Tag zeigten die jüngsten Gymnastinnen der Vereine ihre Übungschoreografien und sammelten damit erste oder weitere Wettkampferfahrung. Sowohl die Kinderklassen 7,8 und 9 als auch die Kinderwettkampfklasse 10 sowie die Schülerinnenwettkampfklasse waren vertreten.

In der Kinderklasse (KK) 7 wurden Übungen ohne Handgerät von zehn teilnehmenden Gymnastinnen gezeigt. Den dritten Platz erturnte sich hier Melissa Wegner vom ATSV.

In der Kinderklasse (KK) 8 nahmen neun Gymnastinnen an diesem Wettkampf teil. Platz 2 ging in dieser Wettkampfklasse an Diana Bergmann vom ATSV, gefolgt von Melissa Aprile vom RTSV auf dem 3. Platz. Drei der neun gestarteten Gymnastinnen in der KK8 präsentierten neben der ohne Handgerät Übung auch eine Ball Pflichtübung. Den ersten Platz belegte hier Alexandra Sindersky vom KTB, gefolgt von Alexandra Gavrilov und Nina Li Simushkin – beide ebenfalls vom KTB.

Die Kinderklasse 8                                                              

In der Kinderklasse (KK) 9 präsentierten vier Teilnehmerinnen ausschließlich eine ohne Handgerät Übung. Dabei ging der zweite Platz an Annemieke Christian vom ATSV. Elf weitere Gymnastinnen der KK9 zeigten neben der ohne Handgerät Übung auch ihre Ballübungen. Hier erturnte sich Viktoria Volmann vom RTSV den ersten Platz und gewann damit diese Altersklasse. Auf dem zweiten Platz folgte ihr Milena Isabella Hartmann, ebenfalls vom RTSV. Der dritte Platz ging an Arina Myronshuk vom KTB.

In der Kinderwettkampfklasse (KWK) 10 starteten 13 Teilnehmerinnen, welche eine ohne Handgerät-Übung und eine Ball- oder Reifen Übung zeigten. Den dritten Platz dieser Altersklasse erturnte sich Marie-Louise König vom KTB.

Alexandra Cvetkov, Schülerinnenwettkampfklasse
Alexandra Cvetkov, Schülerinnenwettkampfklasse

Die Schülerinnenwettkampfklasse (SWK) war an diesem Tag mit 24 Gymnastinnen am stärksten besetzt. Mit ihrer Ball- sowie ohne Handgerät Übung erturnte sich Alexandra Cvetkov vom RTSV den ersten Platz in der SWK und setzte sich damit in einem starken Teilnehmerinnenfeld durch.

An diesem Wettkampftag in Rendsburg wurden bereits viele gelungene Übungen gezeigt, die in der fortlaufenden Saison weiterhin trainiert und verbessert werden. Wir freuen uns auf die kommenden Wettkämpfe der Saison.

Offenheit als sportpolitische Aufgabe der Zukunft

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Ein Beitrag des SHTV Vizepräsidenten Breitensport / Freizeit- und Gesundheitssport Finn Blunck
Fairness, Solidarität, Zusammenhalt und Sportgeist sind für mich nur einige Buzzwords, die den Vereinssport für mich ausmachen. Mir ist wichtig, dass in unseren Turnvereinen Menschen aller Nationalitäten, Religionen und unterschiedlicher sozio-ökonomischer Herkunft zusammenkommen und gemeinsam Sport treiben.

Gerade im professionellen Sport gibt es sportartübergreifend sehr viele Vorbilder, die sinnbildlich für „gelungene Integration“ stehen. Aber wie ist „gelungen“ definiert und wie messe ich es? Reicht es, wenn ich als Ausländer:in oder Mensch mit Migrationshintergrund bei Euch mitmache, oder muss ich schon zu Beginn sportliches Potenzial für eine Medaille vorweisen können? Darf ich bei Euch mitmachen, auch wenn meine Deutschkenntnisse vielleicht nur rudimentär sind? Kann ich mir den Sportverein überhaupt leisten, oder mich bei Euch engagieren, oder ist das den Deutschen vorbehalten?

Diese Fragen sollen zum Nachdenken anregen, denn in unseren drei Nationalmannschaften der olympischen Sportarten sind einige Turner:innen und Trainer:innen mit Migrationshintergrund aktiv. Die sportlichen Erfolge von Menschen mit Migrationshintergrund feiern wir in Deutschland oftmals als ein Beispiel für besonders „gelungene Integration“. Aber ist das wirklich so? Die Rhythmische Sportgymnastik ist hierfür das perfekte Beispiel, so ist unsere Weltmeisterin Darja Varfolomeev, die 2006 in zentral-süd Russland geboren wurde und mit zwölf Jahren nach Deutschland kam, nur eines von vielen Beispielen innerhalb unserer Nationalmannschaften. Sie hat großartige Chancen auch bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris erfolgreich zu sein, aber ist sie dadurch besser integriert als eine Turnerin, die es nicht in die Nationalmannschaft geschafft hat?

Nein, denn wir sollten grundsätzlich nicht zwischen guten und bösen Ausländern, bzw. Deutschen mit Migrationshintergrund unterscheiden. Wir leben schließlich nicht in einem Disney-Film, sondern wir bringen unterschiedliche privaten Einflüsse mit in unsere Gemeinschaft, wodurch wir als Gemeinschaft von der Heterogenität profitieren. Wir profitieren auf verschiedene Art und Weise, so sind heterogene Gruppen beispielsweise viel kreativer, da verschiedene Perspektiven und Erfahrungen vorhanden sind. Insgesamt gibt es in derartigen Gruppen weniger Routine, wodurch mehr Entwicklung und Produktivität entstehen kann.

Egal, ob im Sport oder in unserer Gesellschaft, der Wert eines Menschen hängt nicht vom individuellen Erfolg und Leistungsvermögen ab. Ich weiß, dass deshalb alle Menschen in unseren Turnvereinen willkommen sind, ganz unabhängig von ihren sportlichen Erfolgen. Nicht umsonst heißt es ganz vorne in unseren Grundrechten „niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen und politischen Anschauung benachteiligt oder bevorzugt werden“ (Art 3, Satz 3, GG). Auch in meinem Privatleben hatte ich schon mit Rassismus und hierbei insbesondere dem strukturellen Rassismus innerhalb unser Verwaltungsstrukturen zu tun. Also lasst uns etwas handeln, denn gerade für einen Sportfachverband mit einer Nationalsozialistischen Vergangenheit und seinem 175jährigen Bestehen, müssen wir uns jeden Tag wieder hinterfragen, klar positionieren und neu anpassen und anschließend die verbandsinternen Strukturen überarbeiten.

„Wo sind die engagierten Menschen mit Migrationshintergrund im Turnverband?“ Wie in allen Sportverbänden und Sportvereinen, die ich kenne, ist auch das Gro des Schleswig-Holsteinische Turnverbandes weiß und männlich. Dies ist zwar nichts Schlimmes, spiegelt aber nicht unsere Gesellschaft und auch nicht unseren Gesamtverband wider. Ich weiß, dass die Denkmuster meiner Präsidiumskollegen nicht die Klischees bedienen, dennoch frage ich mich, was ein Sportverband wie der SHTV tun muss, um die eigenen Strukturen aufzubrechen, damit sich auch Menschen mit Migrationshintergrund ehrenamtlich in Führungspositionen engagieren. An welchen Hürden scheitert es? Ist es das Vorleben des eigenen Elternhauses? Ist es ein sozio-ökonomisches Problem? Fehlt die direkte Ansprache zum Engagement während des Trainings?

Im Artikel „Ist doch Ehrensache“ aus den Kieler Nachrichten vom 29.12.2023 steht im ersten Satz „Das Engagement steigt mit dem Einkommen“. Ist das der Grund, warum sich so wenig für mich erkennbare Migranten im Sport engagieren? In den sechs Sportverbänden, in denen ich selbst aktiv war und bin, gibt es wenig Menschen mit einer erkennbaren Migrationsgeschichte. Leider ist es oftmals das Gleiche. Homogene Gruppen bestärken sich gegenseitig in ihren Ansichten, wodurch der Mut und die Notwendigkeit für Veränderungen verloren geht. Die Frage die wir meiner Meinung nach stellen müssen ist, wie erreichen wir Menschen mit geringen Einkommen, wie Schüler:innen und Studierende? Aber auch Menschen mit Migrationsgeschichte, die mehrfach weniger verdienen als der „Bio-Deutsche“. Wir sollten deshalb die Fragen, an die richten, die wir nicht erreichen. Klingt unlogisch, aber das ist unsere Herausforderung, wenn wir als Vereine weiterhin existieren wollen. Wie können wir das Engagement attraktiv machen, wie überzeugen wir eine 18-jährige, sich einem Vorstand mit über 60-jährigen einzubringen?

Zwar sind die Debatten in den Gremien teilweise hitzig, oftmals aber auch zu kleinteilig. Die großen Fragen, wie wir Menschen mit Migrationsgeschichte für das Engagement begeistern können, bleiben ausgeklammert. Man möchte lieber mit einem guten Gefühl nach Hause gehen und lieber nicht die eigenen Missstände aufzeigen. Dies ist zwar ein nachvollziehbares menschliches Verhalten, kommt leider auch regelmäßig bei mir selbst vor, dadurch wird sich nachhaltig aber nichts verändern. Wenn das Engagement mit dem Einkommen korreliert, dann müssen wir den Punkt aufbrechen. Ob man unbürokratisch die Höhe der Übungsleiterpauschale an das Einkommen koppeln könnte, weiß ich nicht, wäre aber eine Überlegung wert. Denn es ist essenziell, dass sich Jugendliche, junge Erwachsene und Menschen mit Migrationsgeschichte auf der lokalen und regionalen Ebene für den Sport einbringen und ihre eigenen Rahmenbedingungen schaffen. Ich selbst habe während meines gesamten Studiums im Turnen „gearbeitet“. Es war für mich persönlich immer eine Mischung aus ehrenamtlichem Engagement und Aufwandsentschädigung für Trainer- oder Referententätigkeiten in einer staatlichen Schule, einer Landesturnschule oder im Landesleistungsstützpunkt.

Deshalb lautet mein persönliches Fazit zu diesem Text, lasst uns gemeinsam unsere Strukturen im Sport und insbesondere die im Turnen überdenken und prüfen, welche Stellschrauben wir gemeinsam drehen können, um den Zugang für junge Erwachsene und Menschen mit Migrationshintergrund zu vereinfachen. Lasst uns unsere eigenen Hürden abbauen und diese Menschen nicht anhand ihres sportlichen Potenzials und Erfolges messen. Jeder Mensch leistet seinen persönlichen Beitrag im Rahmen seiner Möglichkeiten zu einem guten gesellschaftlichen Miteinander und braucht deshalb auch nicht die Alternative.